Auf der Mitgliederversammlung am 15.11.2025 wurde der Vorstand von Poppenbüttel Hilft e. V. gewählt: Gabriela Gnauk-Kruse, Rose Fajr, Maren Zepernick (Finanzen) und Martin Lindt, Vorsitzender wurden wieder gewählt. Neu in den Vorstand wurde Anke Oberquelle gewählt.
Kategorie: Aktuelles
20.6.2026: Weltflüchtlingstag: Wie ist die Lage in Hamburg?
Obwohl weniger Flüchtlinge nach Hamburg kommen, sind die Unterkünfte in der Hansestadt weiterhin stark ausgelastet. Eine Entspannung der Lage ist offenbar nicht in Sicht.
Das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS)
INFOVERANSTALTUNG ZU VERÄNDERUNGEN IM ASYLRECHT
im OHLE-Begegnungshaus 5.6.2026

Der Verein „Poppenbüttel Hilft.e.V.“ veranstaltete diesen Abend, damit sich Betroffene aus der Ohlendiekshöhe und Interessierte aus dem Stadtteil informieren und im Gespräch über das sehr aufgeladene Thema MIGRATION austauschen konnten.
Für juristische Informationen, Fragen und Einordnungen von erlebten Situationen war die Rechtsanwältin für Asylfragen Frau Mailin Loock dazu eingeladen.
Der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Martin Lindt, führte ins Thema ein, indem er auf die europaweite Verschärfung des Asylrechts, neue Grenzkontrollen, Zurückweisungen an deutschen Grenzen, Abschiebungen in Drittländer, sowie die Betrachtung Geflüchteter als Sicherheitsrisiko und Belastung unseres Sozialsystems zu sprechen kam. Dabei gehe es meist nur um abstrakte Zahlen.
Der Verein und viele Bewohner und Bewohnerinnen im Stadtteil betrachten Geflüchtete hingegen als Menschen in Not, die mit ihren Familien und Nachbarn hier in Frieden, Sicherheit und Würde leben und arbeiten und ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten wollen.
Zwei Frauen aus verschiedenen Regionen Syriens und ein Mann aus Afghanistan, die schon seit vielen Jahren mit ihren Familien in Deutschland leben (und z.T. schon einen deutschen Pass haben), berichteten von ihren Reisen und/oder Kontakten in ihre Heimatländer und die Lebensumstände, die sie vorgefunden hatten. Es waren dies keine Urlaubsreisen, sondern Versuche, vermisste Familienmitglieder zu finden und (Groß-)Eltern nach vielen Jahren wiederzusehen.
Aus allen Berichten sprach die Erschütterung über den Zustand ihrer ehemaligen Wohnorte: In Syrien ist es u.a. die kriegsbedingte komplette Zerstörung ganzer Orte oder Stadtteile, das Fehlen lebensnotwendiger Güter wie Nahrung, Wohnraum, Gesundheitsversorgung, Kleidung, Schulbildung, Sicherheit, Arbeit. Eine staatliche Verwaltung und die nötige Rechtsstaatlichkeit müssen erst aufgebaut werden.
In Afghanistan wurde die Schutzlosigkeit, besonders von Mädchen und Frauen, das Fehlen einer anerkannten und funktionierenden Regierung, sowie der nötigen Rechtsstaatlichkeit betont. Stattdessen leben die Menschen in der permanenten Gefahr willkürlicher Verhaftungen/Tötungen von Seiten der Taliban. Wie in Syrien macht das Fehlen lebensnotwendiger Güter (s.o.) die Lage im Land zunehmend schwieriger.
Frau Loock berichtete von vielen Asylverfahren, in denen sie Geflüchtete vertreten hatte oder noch vertritt und sagte, wie schwer es sei, gegen Krimininalisierung, Vorurteile, realitätsferne Unterstellungen durch die Politik und in der Folge auch durch die Gerichte, die hilfesuchenden Menschen mit ihren Rechten ins Zentrum zu rücken. Die Verfahren würden meist nur von einer Richterin/einem Richter entschieden und es gäbe keine II.Instanz zum Widerspruch. Auch, dass die deutsche Regierung eine afghanische Botschaft mit Taliban als Diplomaten akzeptiere, um für Abschiebungen Pässe ausstellen zu lassen, sei rechtlich fragwürdig.
Am Ende des Abends waren viele Fragen beantwortet, aber viele mussten offenbleiben.
Wie das GEAS, das bereits beschlossene Gemeinsame Europäische Asylgesetz umgesetzt wird, ist noch nicht entschieden.
Jedoch waren sich die Anwesenden einig:
Alle Eltern, Geflüchtete und Nichtgeflüchtete, wollen für ihre Kinder die bestmögliche Zukunft.
Geflüchtete haben hart zu kämpfen – sie wollen die deutsche Sprache lernen, ihre Kinder aufziehen, Arbeit finden, ein neues Land kennenlernen, müssen viele Anträge ausfüllen.
Sie wollen von den Deutschen lernen, wie man ein Land wieder aufbaut, sagte ein Afghane. Davon könnte Deutschland langfristig mehr profitieren als von einer kurzsichtigen Kampagne gegen Geflüchtete und MigrantInnen.

Poppenbüttel Hilft e. V. feierte zehnjähriges Bestehen



Am Samstag, 15. November, feierte der Verein Poppenbüttel hilft e.V. im CVJM-Begegnungshaus OHLE sein zehnjähriges Bestehen und blickte zurück auf viele Jahre erfolgreicher Integrationsarbeit im Stadtteil. Anwesend waren neben Vereinsmitgliedern und geflüchteten Menschen auch Senator Andreas Dressel, der seit vielen Jahren Schirmherr des Begegnungshauses OHLE ist und Vertreterinnen des Bezirks Wandsbek.
In allen Wortmeldungen wurde betont, wie wichtig für geflüchtete Menschen beim Ankommen hier neben sprachlicher Förderung und Unterstützung in Alltagsfragen auch das friedliche, mittlerweile freundschaftliche Zusammenleben im Quartier ist. Es ist dem Verein auch nach Einschätzung von Senator Dressel gelungen, in den zehn Jahren hier wesentlich zu einem friedlichen Miteinander der Menschen und Kulturen beizutragen, wofür er sich im Namen des Senats sehr bedankte. Mehrere geflüchtete Menschen betonten in ihren Äußerungen dankbar, wie sehr Ihnen der menschliche Kontakt zu Menschen hier und deren Unterstützung geholfen hat, sich hier zurecht zu finden und Gefühle von Einsamkeit und Verlorensein zu überwinden. Viele von Ihnen beteiligen sich jetzt aktiv an der Gestaltung des Begegnungshauses und des Quartiers.
Der Verein Poppenbüttel hilft e.V., wurde 2015 von Nachbarn der Unterkunft auf Initiative von Thomas Littmann gegründet und war wesentlich beteiligt am Aufbau und Betrieb des CVJM Begegnungshauses OHLE. Ziel war von Anfang an, den neu ankommenden Menschen aus fremden Kulturen wertschätzend zu begegnen und Möglichkeiten zu schaffen, sich gegenseitig kennen zu lernen und Schranken abzubauen. So wirkt Poppenbüttel hilft e.V. weiter einerseits unterstützend gegenüber geflüchteten Menschen bei Sprachförderung und Unterstützung in administrativen Fragen, andererseits aber auch durch Kulturarbeit in den Stadtteil hinein.Der um sich greifenden Fremndenfeindlichkeit sollte Menschlichkeit entgegengesetzt werden.
Hier klicken: Artikel aus der Wochenzeitung „MARKT“ 29./30.11.2025 als pdf-Datei
Zusammen und doch allein: Geflüchteten-Alltag in Hamburg
NDR Bericht vom 29.8.2025 über Integration in der Ohlendiekshöhe in Hamburg-Poppenbüttel
Link zum ausführlichen Bericht des NDR mit einem kurzen Filmbeitrag:
Schreiben Sie uns gerne Ihre Meinung und Kommentare zum Bericht: E-Mail an Poppenbüttel Hilft e. V.
Zu wenig Sprachkurse für Geflüchtete nach Kürzungen
Bericht des Hamburg Journals über Kürzungen bei Sprachkursen für Geflüchtete:
Poppenbüttel Hilft e. V. jetzt auf bluesky
Unser Verein Poppenbüttel Hilft e. V. ist jetzt auch auf bluesky mit einem Account zu finden:
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Mama Superstar – Vorstellung des Buchprojektes der „Migrant Mamas“ im OHLE
Es war ein kalter, verregneter Abend mit erstem Schneefall, an dem ca. 30 Besucherinnen und Besucher den Weg in die Ohlendiekshöhe gefunden haben. Einige waren offensichtlich das erste Mal im OHLE. Vielleicht lag es am Wetter & am Thema was diesen besonderen Abend ausmachte.
Ein intensiver Abend mit Geschichten über Menschen mit Migration bot die Vorstellung mit Melissa Manrique aus Berlin vom Buchprojekt der „Migrant Mamas“ im OHLE Begegnungshaus Ohlendiekshöhe.

Das Buch Mama Superstar porträtiert elf mutige »Migrant Mamas« aus der Sicht ihrer deutschen Töchter. Es geht um bedingungslose Liebe, kulturelle Vielfalt und gelebte Integration. In »Mama Superstar« feiern Töchter ihre Mütter. Frauen sind von überall auf der Welt nach Deutschland gekommen. Sie wollen hier in Deutschland eine neue Heimat finden. Diese Heimat muss erst mal von ihnen erschaffen werden.
Rose Fajer, Syrien, die jetzt an der Stadtteilschule Poppenbüttel als Mathematiklehrerin arbeitet und ihre Tochter Tess, sind 2016 aus Syrien nach Hamburg gekommen. Rose Tess erzählten ihre eigene persönliche Geschichte. Dazu befragte Tess ihre Mutter im Rahmen eines Gespräches der Veranstaltung.
Melisa Manrique berichtete von der Entstehungsgeschichte des Buches. Töchter mit Migrationshintergrund die nach Deutschlang gekommen sind machten sich Gedanken, wie sie ihre Geschichte erzählen. Dabei entstand die Idee, ihre Mütter zu interviewen. Dabei ging es um Fragen zur Biografie ihrer Mütter. Im Mittelpunkt stand aber auch die Idee, die Mütter mit ihren Geschichten, die sie in Deutschland erlebt haben zu beschreiben. Die Liebe zwischen Müttern und Töchtern sollte sich in den Geschichten im Buch wieder finden. Entstanden ist ein sehr vielfältiges Buch in allen Lebensfarben, das auch die kulturelle Vielfalt der Menschen und ihre Geschichten spüren lässt.
Migration ist aktuell in Politik und Gesellschaft ein Thema, das mit Problemen, politischer Bewertung und Abwertung beschrieben wird. Den Frauen im Buchprojekt ging es dagegen darum Migration zu feiern, als Geschichten von Menschen die Vielfalt nach Deutschland bringen. Das steht scheinbar im Widerspruch zu der Art und Weise wie es politisch interessierten Kreisen seit 2015 gelungen ist, die sogenannte Willkommenskultur und die Migration in Deutschland negativ zu besetzen.
Aktuell werden oftmals die negativen Geschichten und Berichte über Migration in den Vordergrund gestellt. Manchmal wird auch gerne vergessen, dass erfolgreiche Migration auch den Einsatz von staatlichen Mitteln benötigt und ehrenamtliche Arbeit für Migration gesellschaftliche Anerkennung benötigt. Nicht immer reicht ehrenamtliches Engagement aus. Professionelle Arbeit für erfolgreiche Migration ist unverzichtbar. Doch leider erleben wir aktuell das Gegenteil.
Wenn an diesem Abend Migration gefeiert werden sollte, dann sollte damit ganz gezielt und bewusst ein anderer Blick auf die Geschichten und die Menschen gerichtet werden. Das ist Melisa Manrique in ihren Geschichten, die sie vorstellte, sehr gut gelungen.
Die Fragen von Tess an ihre Mutter Rose lösten eine Beschreibung von Kontrasten aus.
Die Anerkennung und der Stolz auf die Geschichte der Mutter war immer verwoben mit Erinnerungen an eine Heimat, an ein Land in dem Bürgerkrieg herrschte. Dazu gehörte der aufkeimende Hass von Menschen untereinander, die Nachbarn waren. Am Ende waren es Bürgerkriegsparteien und Tod und Vernichtung wurden plötzlich zu Bildern, die den Alltag bestimmten und auch die Erinnerung an das, was „Heimat“ bedeutet. Heimat als etwas, das man im Herzen mitnimmt und das immer auch von negativen Bildern bestimmt ist, die man nicht einfach so vergessen kann.

Was bestimmt meine Kultur? Was ist mir wichtig, wie kann ich meine Kultur in einem fremden Land bewahren und gleichzeitig die Kultur eines Landes annehmen, dessen Staatsbürgerschaft ich erhalten habe, das wurde auf ganz eindringliche persönliche Weise deutlich, als es an diesem Abend um Migration ging.
Plötzlich waren Themen wie Toleranz, religiöse Vielfalt, Glaube, als ganz persönlicher individueller Wert für das eigene Leben, ohne anderen etwas aufzwingen zu wollen, die Themen eines sehr intensiven Gespräches unter den Besucherinnen und Besuchern.
Es war wieder einmal ganz direkt zu erleben, wie wichtig das OHLE als ein Haus der Begegnung für Menschen, für unterschiedliche Kulturen, für Respekt und Toleranz, für Gespräche darüber ist. Die Veranstaltung wurde von der Initiative für Demokratie und Vielfalt – Poppenbüttel bleibt bunt, durchgeführt. Diese Initiative wurde vom Verein Poppenbüttel Hilft e. V., der sich seit 2015 für Integration in Poppenbüttel engagiert, gegründet. Die Lokalen Partnerschaften für Demokratie und das Bezirksamt Wandsbek hatten die Durchführung der Veranstaltung ermöglicht.
Das Ziel der Initiative ist es, im Gespräch zu bleiben. Auch über Themen, die zwischen den Menschen strittig sind. Denn wenn Streit dazu führt, dass nicht mehr zugehört wird, wenn Gespräche zu Hass und Ausgrenzung führen, dann könnte es sehr schnell dazu führen, dass Demokratie in’s Wanken gerät. Gerade vor dem Hintergrund des Beginns eines Wahlkampfes um politische Mehrheiten in Hamburg und im Bundestag hat die Veranstaltung auf sehr eindringliche persönliche Weise gezeigt, dass das Thema Migration nicht in den Sog von Parolen und Gegenparolen geraten darf.
Deutschkenntnisse im Tandem verbessern
Termine nach Vereinbarung
Angebot zur Verbesserung der Deutschkenntnisse.
Im Tandem (1 zu 1) lernen und seine Deutschkenntnisse verbessern oder sich langfristig auf eine Deutschprüfung vorbereiten. Gemeinsam mit einer Ehrenamtlichen oder einem Ehrenamtlichen kann man neue Begriffe, wichtige Grammatik oder das Sprechen üben. Die regelmäßigen Treffen finden im OHLE statt.
Die Termine werden in gegenseitiger Absprache festgelegt.
Wenn dafür eine Partnerin oder ein Partner gewünscht wird, dann bitte bei Gabi melden: gabriela@gnauk-kruse.de