Autor: Poppenbüttel Hilft
INFOVERANSTALTUNG ZU VERÄNDERUNGEN IM ASYLRECHT
im OHLE-Begegnungshaus 5.6.2026

Der Verein „Poppenbüttel Hilft.e.V.“ veranstaltete diesen Abend, damit sich Betroffene aus der Ohlendiekshöhe und Interessierte aus dem Stadtteil informieren und im Gespräch über das sehr aufgeladene Thema MIGRATION austauschen konnten.
Für juristische Informationen, Fragen und Einordnungen von erlebten Situationen war die Rechtsanwältin für Asylfragen Frau Mailin Loock dazu eingeladen.
Der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Martin Lindt, führte ins Thema ein, indem er auf die europaweite Verschärfung des Asylrechts, neue Grenzkontrollen, Zurückweisungen an deutschen Grenzen, Abschiebungen in Drittländer, sowie die Betrachtung Geflüchteter als Sicherheitsrisiko und Belastung unseres Sozialsystems zu sprechen kam. Dabei gehe es meist nur um abstrakte Zahlen.
Der Verein und viele Bewohner und Bewohnerinnen im Stadtteil betrachten Geflüchtete hingegen als Menschen in Not, die mit ihren Familien und Nachbarn hier in Frieden, Sicherheit und Würde leben und arbeiten und ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten wollen.
Zwei Frauen aus verschiedenen Regionen Syriens und ein Mann aus Afghanistan, die schon seit vielen Jahren mit ihren Familien in Deutschland leben (und z.T. schon einen deutschen Pass haben), berichteten von ihren Reisen und/oder Kontakten in ihre Heimatländer und die Lebensumstände, die sie vorgefunden hatten. Es waren dies keine Urlaubsreisen, sondern Versuche, vermisste Familienmitglieder zu finden und (Groß-)Eltern nach vielen Jahren wiederzusehen.
Aus allen Berichten sprach die Erschütterung über den Zustand ihrer ehemaligen Wohnorte: In Syrien ist es u.a. die kriegsbedingte komplette Zerstörung ganzer Orte oder Stadtteile, das Fehlen lebensnotwendiger Güter wie Nahrung, Wohnraum, Gesundheitsversorgung, Kleidung, Schulbildung, Sicherheit, Arbeit. Eine staatliche Verwaltung und die nötige Rechtsstaatlichkeit müssen erst aufgebaut werden.
In Afghanistan wurde die Schutzlosigkeit, besonders von Mädchen und Frauen, das Fehlen einer anerkannten und funktionierenden Regierung, sowie der nötigen Rechtsstaatlichkeit betont. Stattdessen leben die Menschen in der permanenten Gefahr willkürlicher Verhaftungen/Tötungen von Seiten der Taliban. Wie in Syrien macht das Fehlen lebensnotwendiger Güter (s.o.) die Lage im Land zunehmend schwieriger.
Frau Loock berichtete von vielen Asylverfahren, in denen sie Geflüchtete vertreten hatte oder noch vertritt und sagte, wie schwer es sei, gegen Krimininalisierung, Vorurteile, realitätsferne Unterstellungen durch die Politik und in der Folge auch durch die Gerichte, die hilfesuchenden Menschen mit ihren Rechten ins Zentrum zu rücken. Die Verfahren würden meist nur von einer Richterin/einem Richter entschieden und es gäbe keine II.Instanz zum Widerspruch. Auch, dass die deutsche Regierung eine afghanische Botschaft mit Taliban als Diplomaten akzeptiere, um für Abschiebungen Pässe ausstellen zu lassen, sei rechtlich fragwürdig.
Am Ende des Abends waren viele Fragen beantwortet, aber viele mussten offenbleiben.
Wie das GEAS, das bereits beschlossene Gemeinsame Europäische Asylgesetz umgesetzt wird, ist noch nicht entschieden.
Jedoch waren sich die Anwesenden einig:
Alle Eltern, Geflüchtete und Nichtgeflüchtete, wollen für ihre Kinder die bestmögliche Zukunft.
Geflüchtete haben hart zu kämpfen – sie wollen die deutsche Sprache lernen, ihre Kinder aufziehen, Arbeit finden, ein neues Land kennenlernen, müssen viele Anträge ausfüllen.
Sie wollen von den Deutschen lernen, wie man ein Land wieder aufbaut, sagte ein Afghane. Davon könnte Deutschland langfristig mehr profitieren als von einer kurzsichtigen Kampagne gegen Geflüchtete und MigrantInnen.

Poppenbüttel Hilft e. V. feierte zehnjähriges Bestehen



Am Samstag, 15. November, feierte der Verein Poppenbüttel hilft e.V. im CVJM-Begegnungshaus OHLE sein zehnjähriges Bestehen und blickte zurück auf viele Jahre erfolgreicher Integrationsarbeit im Stadtteil. Anwesend waren neben Vereinsmitgliedern und geflüchteten Menschen auch Senator Andreas Dressel, der seit vielen Jahren Schirmherr des Begegnungshauses OHLE ist und Vertreterinnen des Bezirks Wandsbek.
In allen Wortmeldungen wurde betont, wie wichtig für geflüchtete Menschen beim Ankommen hier neben sprachlicher Förderung und Unterstützung in Alltagsfragen auch das friedliche, mittlerweile freundschaftliche Zusammenleben im Quartier ist. Es ist dem Verein auch nach Einschätzung von Senator Dressel gelungen, in den zehn Jahren hier wesentlich zu einem friedlichen Miteinander der Menschen und Kulturen beizutragen, wofür er sich im Namen des Senats sehr bedankte. Mehrere geflüchtete Menschen betonten in ihren Äußerungen dankbar, wie sehr Ihnen der menschliche Kontakt zu Menschen hier und deren Unterstützung geholfen hat, sich hier zurecht zu finden und Gefühle von Einsamkeit und Verlorensein zu überwinden. Viele von Ihnen beteiligen sich jetzt aktiv an der Gestaltung des Begegnungshauses und des Quartiers.
Der Verein Poppenbüttel hilft e.V., wurde 2015 von Nachbarn der Unterkunft auf Initiative von Thomas Littmann gegründet und war wesentlich beteiligt am Aufbau und Betrieb des CVJM Begegnungshauses OHLE. Ziel war von Anfang an, den neu ankommenden Menschen aus fremden Kulturen wertschätzend zu begegnen und Möglichkeiten zu schaffen, sich gegenseitig kennen zu lernen und Schranken abzubauen. So wirkt Poppenbüttel hilft e.V. weiter einerseits unterstützend gegenüber geflüchteten Menschen bei Sprachförderung und Unterstützung in administrativen Fragen, andererseits aber auch durch Kulturarbeit in den Stadtteil hinein.Der um sich greifenden Fremndenfeindlichkeit sollte Menschlichkeit entgegengesetzt werden.
Hier klicken: Artikel aus der Wochenzeitung „MARKT“ 29./30.11.2025 als pdf-Datei
Zusammen und doch allein: Geflüchteten-Alltag in Hamburg
NDR Bericht vom 29.8.2025 über Integration in der Ohlendiekshöhe in Hamburg-Poppenbüttel
Link zum ausführlichen Bericht des NDR mit einem kurzen Filmbeitrag:
Schreiben Sie uns gerne Ihre Meinung und Kommentare zum Bericht: E-Mail an Poppenbüttel Hilft e. V.
Zu wenig Sprachkurse für Geflüchtete nach Kürzungen
Bericht des Hamburg Journals über Kürzungen bei Sprachkursen für Geflüchtete:
Poppenbüttel bleibt bunt
Initiative für Demokratie & Vielfalt
Unsere Initiative engagiert sich auch nach den Wahlen für ein buntes & vielfältiges Poppenbüttel.
Kontakt: poppenbuettelbleibtbunt@poppenbuettel-hilft.de
Wir freuen uns wenn ihr bei uns mitmachen wollt!
Poppenbüttel Hilft e. V. jetzt auf bluesky
Unser Verein Poppenbüttel Hilft e. V. ist jetzt auch auf bluesky mit einem Account zu finden:
https://bsky.app/profile/poppenbuettelhilft.bsky.social
Auf Instagram:
https://www.instagram.com/poppenbuettelhilft
Auf Facebook:
Reaktionen auf die Abstimmungen im Bundestag über die Anträge der CDU/CSU Bundestagsfraktion
Schreiben von Martin Lindt, Vorsitzender vom Verein Poppenbüttel Hilft e. V. an Friedrich Merz.
Brief an Friedrich Merz (Vorsitzender CDU/CSU Bundestagsfraktion)
Mitgliederrundbriefe
Initiative für Demokratie & Vielfalt
Poppenbüttel bleibt bunt
Wir freuen uns über ein vom Assad-Regime befreites Syrien
Wir hoffen auf Demokratie und Einhaltung der Menschenrechte
– Wir brauchen mehr Sachlichkeit und Zurückhaltung in der Migrationsdebatte –
Wir begrüßen den Fall des syrischen Diktators Baschar-Al-Assad. Damit ist hoffentlich der Weg frei für die Wiederherstellung der Menschenrechte und den Aufbau eines demokratischen Regierungssystems in Syrien, die das friedliche Zusammenleben aller Gruppen im Land ermöglicht.
Wir teilen mit vielen Geflüchteten und den Menschen in Syrien die Freude über das Ende eines unmenschlichen Regierungssystems. Wir dürfen das Leid und die Opfer, die der Bürgerkrieg in Syrien hinterlassen hat, nicht vergessen. Viele Geflüchtete machen sich aber auch Sorgen über den weiteren politischen Weg zum Frieden und zur Demokratie in Syrien. Noch kann niemand abschließend beurteilen, wie die Situation in Syrien sich weiter entwickeln wird.
Die demokratischen Kräfte brauchen die Unterstützung der Politik, auch der Bundesregierung, um den Weg zum Frieden auch wirklich mit Erfolg zu Ende gehen zu können. Nicht hilfreich ist es, wenn Politiker und Politikerinnen in Deutschland die unklare Situation in Syrien populistisch dazu missbrauchen, ihre Ansichten zur Migrationsdebatte mit Forderungen nach Abschiebung, Rückführung, der Menschen nach Syrien zu unterstreichen und damit bei den Geflüchteten unnötig Ängste schüren. Viele Geflüchtete haben sich auch aufgrund der Unterstützung von ehrenamtlichen Vereinen und Organisationen in Deutschland integriert.
Wir setzen uns dafür ein, dass die Rechte Geflüchteter aus Syrien respektiert werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Syrien entwickelt. Es ist ein Land, das unter der Diktatur und dem Terror der gestürzten Machthaber viel Leid erfahren hat. Die Entwicklung in Syrien darf nicht dazu ausgenutzt werden, Migration als Wahlkampfthema zu behandeln.
Die Unterstützerorganisationen können Sie der pdf-Datei des Statements entnehmen.
Download Statement zur Situation in Syrien (pdf-Datei).
Pro AsyL: Zwischen Freude, Angst und Hoffnung: Die Lage in Syrien ist komplex und instabil