Mama Superstar – Vorstellung des Buchprojektes der „Migrant Mamas“ im OHLE

Es war ein kalter, verregneter Abend mit erstem Schneefall, an dem ca. 30 Besucherinnen und Besucher den Weg in die Ohlendiekshöhe gefunden haben. Einige waren offensichtlich das erste Mal im OHLE. Vielleicht lag es am Wetter & am Thema was diesen besonderen Abend ausmachte.

Ein intensiver Abend mit Geschichten über Menschen mit Migration bot die Vorstellung mit Melissa Manrique aus Berlin vom Buchprojekt der „Migrant Mamas“ im OHLE Begegnungshaus Ohlendiekshöhe.

Das Buch Mama Superstar porträtiert elf mutige »Migrant Mamas« aus der Sicht ihrer deutschen Töchter. Es geht um bedingungslose Liebe, kulturelle Vielfalt und gelebte Integration. In »Mama Superstar« feiern Töchter ihre Mütter. Frauen sind von überall auf der Welt nach Deutschland gekommen. Sie wollen hier in Deutschland eine neue Heimat finden. Diese Heimat muss erst mal von ihnen erschaffen werden.

Rose Fajer, Syrien, die jetzt an der Stadtteilschule Poppenbüttel als Mathematiklehrerin arbeitet und ihre Tochter Tess, sind 2016 aus Syrien nach Hamburg gekommen. Rose Tess erzählten ihre eigene persönliche Geschichte. Dazu befragte Tess ihre Mutter im Rahmen eines Gespräches der Veranstaltung.

Melisa Manrique berichtete von der Entstehungsgeschichte des Buches. Töchter mit Migrationshintergrund die nach Deutschlang gekommen sind machten sich Gedanken, wie sie ihre Geschichte erzählen. Dabei entstand die Idee, ihre Mütter zu interviewen. Dabei ging es um Fragen zur Biografie ihrer Mütter. Im Mittelpunkt stand aber auch die Idee, die Mütter mit ihren Geschichten, die sie in Deutschland erlebt haben zu beschreiben. Die Liebe zwischen Müttern und Töchtern sollte sich in den Geschichten im Buch wieder finden. Entstanden ist ein sehr vielfältiges Buch in allen Lebensfarben, das auch die kulturelle Vielfalt der Menschen und ihre Geschichten spüren lässt.

Migration ist aktuell in Politik und Gesellschaft ein Thema, das mit Problemen, politischer Bewertung und Abwertung beschrieben wird. Den Frauen im Buchprojekt ging es dagegen darum Migration zu feiern, als Geschichten von Menschen die Vielfalt nach Deutschland bringen. Das steht scheinbar im Widerspruch zu der Art und Weise wie es politisch interessierten Kreisen seit 2015 gelungen ist, die sogenannte Willkommenskultur und die Migration in Deutschland negativ zu besetzen.

Aktuell werden oftmals die negativen Geschichten und Berichte über Migration in den Vordergrund gestellt. Manchmal wird auch gerne vergessen, dass erfolgreiche Migration auch den Einsatz von staatlichen Mitteln benötigt und ehrenamtliche Arbeit für Migration gesellschaftliche Anerkennung benötigt. Nicht immer reicht ehrenamtliches Engagement aus. Professionelle Arbeit für erfolgreiche Migration ist unverzichtbar. Doch leider erleben wir aktuell das Gegenteil.

Wenn an diesem Abend Migration gefeiert werden sollte, dann sollte damit ganz gezielt und bewusst ein anderer Blick auf die Geschichten und die Menschen gerichtet werden. Das ist Melisa Manrique in ihren Geschichten, die sie vorstellte, sehr gut gelungen.

Die Fragen von Tess an ihre Mutter Rose lösten eine Beschreibung von Kontrasten aus.

Die Anerkennung und der Stolz auf die Geschichte der Mutter war immer verwoben mit Erinnerungen an eine Heimat, an ein Land in dem Bürgerkrieg herrschte. Dazu gehörte der aufkeimende Hass von Menschen untereinander, die Nachbarn waren. Am Ende waren es Bürgerkriegsparteien und Tod und Vernichtung wurden plötzlich zu Bildern, die den Alltag bestimmten und auch die Erinnerung an das, was „Heimat“ bedeutet. Heimat als etwas, das man im Herzen mitnimmt und das immer auch von negativen Bildern bestimmt ist, die man nicht einfach so vergessen kann.

Was bestimmt meine Kultur? Was ist mir wichtig, wie kann ich meine Kultur in einem fremden Land bewahren und gleichzeitig die Kultur eines Landes annehmen, dessen Staatsbürgerschaft ich erhalten habe, das wurde auf ganz eindringliche persönliche Weise deutlich, als es an diesem Abend um Migration ging.

Plötzlich waren Themen wie Toleranz, religiöse Vielfalt, Glaube, als ganz persönlicher individueller Wert für das eigene Leben, ohne anderen etwas aufzwingen zu wollen, die Themen eines sehr intensiven Gespräches unter den Besucherinnen und Besuchern.

Es war wieder einmal ganz direkt zu erleben, wie wichtig das OHLE als ein Haus der Begegnung für Menschen, für unterschiedliche Kulturen, für Respekt und Toleranz, für Gespräche darüber ist. Die Veranstaltung wurde von der Initiative für Demokratie und Vielfalt – Poppenbüttel bleibt bunt, durchgeführt. Diese Initiative wurde vom Verein Poppenbüttel Hilft e. V., der sich seit 2015 für Integration in Poppenbüttel engagiert, gegründet. Die Lokalen Partnerschaften für Demokratie und das Bezirksamt Wandsbek hatten die Durchführung der Veranstaltung ermöglicht.

Das Ziel der Initiative ist es, im Gespräch zu bleiben. Auch über Themen, die zwischen den Menschen strittig sind. Denn wenn Streit dazu führt, dass nicht mehr zugehört wird, wenn Gespräche zu Hass und Ausgrenzung führen, dann könnte es sehr schnell dazu führen, dass Demokratie in’s Wanken gerät. Gerade vor dem Hintergrund des Beginns eines Wahlkampfes um politische Mehrheiten in Hamburg und im Bundestag hat die Veranstaltung auf sehr eindringliche persönliche Weise gezeigt, dass das Thema Migration nicht in den Sog von Parolen und Gegenparolen geraten darf.

Deutschkenntnisse im Tandem verbessern

Termine nach Vereinbarung

Angebot zur Verbesserung der Deutschkenntnisse.
Im Tandem (1 zu 1) lernen und seine Deutschkenntnisse verbessern oder sich langfristig auf eine Deutschprüfung vorbereiten. Gemeinsam mit einer Ehrenamtlichen oder einem Ehrenamtlichen kann man neue Begriffe, wichtige Grammatik oder das Sprechen üben. Die regelmäßigen Treffen finden im OHLE statt.
Die Termine werden in gegenseitiger Absprache festgelegt.
Wenn dafür eine Partnerin oder ein Partner gewünscht wird, dann bitte bei Gabi melden: gabriela@gnauk-kruse.de

Elsa & der Viertelton im OHLE

VORSTELLUNG DER INITIATIVE „DEMOKRATIE & VIELFALT – POPPENBÜTTEL BLEIBT BUNT“

Das „OHLE“ war voll besetzt als das Trio „Elsa & der Viertelton“ am Samstag 19.10.2024 seine Weltmusik präsentierte. Im Rahmen des Konzerts stellte sich die Initiative „Für „Demokratie & Vielfalt – Poppenbüttel bleibt bunt“ vor.

Mit einem unterhaltsamen musikalischen Spaziergang durch die Heimaten der Musiker und dem Blick über den Tellerrand hinaus begegneten sich Welten. Die Energie, Lust und Virtuosität des Trios war deutlich zu spüren.

Mit dem aus Syrien stammenden Oud-Virtuosen Samer Alhalabi, der
improvisationsfreudigen Cellistin Isabel Eichenlaub und dem Folkmusiker und Gitarristen Peter Braun haben sich drei gefunden, die quer durch die Genres und Kulturen eine Verbindung schaffen zwischen Folk, Klassik und Weltmusik – eine Musik, in der Freiheit und Frieden über alle Begrenzung hinweg lebendig
ist.

Mit Oud, Cello, Gitarre und Stimmen schaffte das Trio an diesem Abend eine neue Poesie aus Klängen, Rhythmen und Worten und nahm die Zuhörer mit auf eine spannende musikalische Reise zwischen Orient und Okzident. Es war deutlich zu spüren, wie die Musik das Publikum begeisterte und die gute Stimmung im OHLE sich auf das Trio übertrug.

Viele Besucherinnen und Besucher äußersten sich begeistert über das Konzert. Das einmalige Konzert des Trios aus der Pfalz war ein echtes Highlight im OHLE.

Die Lokalen Partnerschaften für Demokratie Wandsbek und das Bezirksamt Wandsbek der Freien und Hansestadt Hamburg ermöglichten durch ihre Förderung die Durchführung der Veranstaltung.

Hier findet ihr alle Infos über Elsa & der Viertelton: http://musikweltmusik.de/elsa-viertelton/

Infos zu unserer Initiative „Farbe bekennen: Für Demokratie & Vielfalt – Poppenbüttel bleibt bunt“ finden Sie hier:
https://poppenbuettel-hilft.de/fuer-demokratie-vielfalt
Kontakt: info@poppenbuettel-hilft.de

Statement von Christine Buhl, Flüchtlingsbeauftragte, Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost

Auf unserer Veranstaltung am 27.9.2024 hat die Flüchtlingsbeauftrage des Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg Ost ein Statement gehalten. Wir veröffentlichen dieses als Download:

Statement Christine Buhl

Flüchtlingsunterkunft: „Welcome to Barmbek“

Am 24.9.2024 berichtete das Hamburger Abendblatt unter dem Titel „Kritik an geplanter Flüchtlingsunterkunft“ über den geplanten Bau einer Unterkunft für Geflüchtete am Wiesendamm in Barmbek. Am 1.10.2024 erschien ein Artikel im Hamburger Abendblatt, in dem über positive Reaktionen zum geplanten Bau der Unterkunft berichtet wurde:

Nach Protest gegen ein geplantes Heim für 400 Menschen am Wiesendamm plädieren Unterstützer für die Einrichtung

„Hier wird eine Gruppe der Gesellschaft, die eher am Rande steht und der es nicht so gut geht, gegen eine andere, der es noch schlechter geht, ausgespielt. Sehr unwürdig für so eine reiche Stadt wie Hamburg“, sagt Ursula Bode im Namen der Barmbek-Gruppe der „Omas gegen Rechts“. Dabei habe sie durchaus Verständnis für den Wunsch nach preiswerten Wohnungen. „Die Bürger in Barmbek formulieren das Bedürfnis und berechtigte Interesse an bezahlbarem Wohnraum, insbesondere für Rentner, von denen es heutzutage leider immer mehr gibt und geben wird, und die auch absehbar vermehrt barrierefreie Wohnungen benötigen“, sagt Bode. Diese Menschen fühlten sich nicht gesehen und ernst genommen von der Politik, das sei ein großes Versäumnis.

„Deshalb unser Appell an unsere Hamburger Politiker: Kümmert euch endlich um den sozialen Wohnungsbau und die anderen sozialen Probleme in dieser Stadt! Damit und nur damit könnt ihr der AfD die Grundlage für ihre rechtsextreme Hetze entziehen und verhindern, dass sie immer stärker und mächtiger wird, und nicht damit, dass ihr das Hetzen der AfD gegen Migranten und Muslime kopiert.“

Artikel Hamburger Abendblatt vom 24.9.2024

Artikel Hamburger Abendblatt vom 1.10.2024

Die OMAS GEGEN RECHTS – Barmbek haben uns freundlicherweise ihren Leserbrief zur Verfügung gestellt, den wir hier dokumentieren:

Leserbrief der OMAs GEGEN RECHTS Barmbek an das Hamburger Abendblatt

Ihr Artikel vom 24.09.2024

Kritik an geplanten Flüchtlingsunterkunft

Da haben wir nun den Salat!

Das ist ein Ergebnis der rechten Hetze gegen Migranten, die an allem schuld sein sollen, auch daran, dass es nicht genügend bezahlbaren Wohnraum für Geringverdiener und Rentner gibt. Die rechts(extremen) Narrative sind im Denken der Menschen angekommen und werden fleißig reproduziert. Einen nicht geringen Anteil könnte auch Friedrich Merz, der Vorsitzende und Kanzlerkandidat der CDU mit seinen immer wiederkehrenden populistischen und immer unerträglich werdenden ausländerfeindlichen Äußerungen haben.

Und hier wird eine Gruppe der Gesellschaft, die eher am Rande steht und der es nicht so gut geht, gegen eine andere, der es noch schlechter geht, ausgespielt. Sehr unwürdig, für so eine reiche Stadt wie Hamburg. 

Die Bürger in Barmbek formulieren das Bedürfnis und berechtige Interesse an bezahlbarem Wohnraum, insbesondere für Rentner, von denen es heutzutage leider immer mehr gibt und geben wird, und die auch absehbar vermehrt barrierefreie Wohnungen benötigen. Diese Menschen fühlen sich nicht gesehen und ernst genommen von der Politik und das ist ein großes Versäumnis unserer Politiker. Deshalb unser Appell an unsere Hamburger Politiker: Kümmert Euch endlich um den sozialen Wohnungsbau und die anderen sozialen Probleme in dieser Stadt! Damit und nur damit könnt Ihr der AfD die Grundlage für ihre rechtsextreme Hetze entziehen und verhindern, dass sie immer stärker und mächtiger wird und nicht damit, dass Ihr das Hetzen der AfD gegen Migranten und Muslime kopiert.

Und eine Frage habe ich noch an die lieben Rentner in Barmbek, die das Fehlen von bezahlbarem Wohnraum anprangern. Wieso gab es gegen den ursprünglichen Plan ein Bezirksamt zu bauen von Ihrer Seite keinen Protest? Ist ja auch kein sozialer Wohnungsbau. Ist das Ganze also nur ein vorgeschobener Grund?

Und liebe Barmbeker Rentner, ich möchte Ihnen einen Perspektivwechsel anbieten. Wäre die Flüchtlingsunterkunft nicht auch eine Chance, auch für Sie? Gut integrierte und hier arbeitende Menschen brauchen wir dringend in unserem Land. Es gibt immer mehr alte Menschen. Keiner mehr da, der Sie pflegen könnte, im Pflegeheim, im Krankenhaus, bei den Ärzten und vieles mehr.

Eine alternde Gesellschaft ist doch auf junge Menschen angewiesen, damit diese am laufen gehalten wird.  Das ist mal eine andere freundliche und menschliche Haltung, weit weg von der rechten Hetze hin zu einem solidarischen Miteinander, denn wir Menschen und gerade wir Alten sind auf einander angewiesen.

Tag des Flüchtlings im OHLE: Menschen erzählen ihre Geschichten von der Flucht und vom Ankommen

Das war ein eindrucksvoller Abend. Der Verein Poppenbüttel Hilft hatte geflüchtete Menschen aus dem Quartier Ohlendiekshöhe und dem Stadtteil Poppenbüttel eingeladen. Im September 2015 hat sich der Verein gegründet, um geflüchtete Menschen im Stadtteil gut zu integrieren. Alles begann mit der Sammlung von Sachspenden und der Begleitung bei Behörden- und Arztterminen. Hinzukam die Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache.

Durch diese Arbeit haben wir die Menschen kenngelernt. Etwas über ihre Heimat und die Gründe für ihre Flucht erfahren. Diese Geschichten standen nun im Mittelpunkt einer Veranstaltung zum „Tag des Flüchtlings“. Der Tag des Flüchtlings findet regelmäßig innerhalb der bundesweiten „Interkulturellen Wochen“ statt, er wurde von PRO ASYL ins Leben gerufen.

Gerade die aktuelle politische Diskussion über sogenannte „illegale Migration“ wird geführt, ohne dass die Politik, die Medien, die Gesellschaft den Kontakt mit den Menschen sucht und ihnen zuhört. Denn das macht Begegnung aus und nicht die mediale Begegnung mit Bildern und Sätzen, die eine Antistimmung gegen Geflüchtete schaffen.

Wir haben Geflüchtete eingeladen, ihre Geschichten zu erzählen. Über ihre Heimat, ihre Flucht. Das Ankommen in einer neuen Kultur. Anna Jürgensen vom Verein Poppenbüttel Hilft e. V. moderierte den Abend. Anna Jürgensen ist seit Gründung des Vereins insbesondere im Bereich Deutsch Lernen und in Lesegruppen für geflüchtete Frauen engagiert. Viele der an diesem Abend anwesenden Geflüchteten kennt sie persönlich aus ihrer Arbeit.

Zu Beginn der Veranstaltung sprach Frau Christine Buhl, Flüchtlingsbeauftragte des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Ost in Hamburg, zur aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussion über Migration und Abschiebung.

Sie berichtete über ihren Arbeitsschwerpunkt Kirchenasyl. Diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen, wird aktuell immer schwieriger.

Aktuell wird die aktive Arbeit von Menschen, die sich für Geflüchtete und Integration engagieren, durch die aktuelle politische Diskussion über die Ereignisse nach dem furchtbaren Anschlag in Solingen erheblich erschwert. Die Forderung nach massenhafter Abschiebung von straffällig gewordenen Geflüchteten wird unabhängig von der konkreten rechtlichen Situation, erhoben. Die Debatte über Sicherheit überlagert das Recht auf Asylgewährung und den Umgang mit Migration. Das Schlagwort von der sogenannten „illegalen Migration“ erzeugt eine negative gesellschaftliche Stimmung gegen notwendiges Engagement für gute Integration.

Das Erlernen der Sprache ist der Schlüssel für die Integration in dem Land, in dem sich die Menschen aufhalten. Aber genauso wichtig ist das Gefühl in einem Land zu leben, in dem die Freiheit und die Einhaltung von Grund- und Menschenrechten gewährleistet ist.

In einer anderen Geschichte wurde von der Flucht der Familie unter Lebensgefahr berichtet. Die Kinder haben diese Gefahren erlebt und erinnern sich heute in Deutschland nicht direkt an das Erlebte. Aber im Unterbewusstsein ist das Erlebte durchaus auch heute noch vorhanden.

Die besondere Situation von Frauen in Afghanistan zur Zeit der russischen Besetzung des Landes stand im Mittelpunkt der Erzählungen von Frauen, die aus Afghanistan geflüchtet sind. Die Rechte der Frauen wurden in der anschließenden Machtübernahme durch die Taliban weiter eingeschränkt.

Einige Frauen aus Afghanistan, die im Stadtteil wohnen, gaben dem Abend durch einen musikalischen Beitrag eine Vorstellung von der Kultur ihrer Heimat. So kam unter den Zuhörerinnen und Zuhörern bei all der Schwermütigkeit und dem Ernst der Fluchtgeschichten auch eine Stimmung auf, die auch ein Teil des Lebens ist und bleibt.

Wie schwer es ist in einem Land wie Afghanistan zu leben und aufzuwachsen wo nicht nur Krieg und Terror das Leben prägen, sondern auch der Wunsch nach Teilhabe in der Gesellschaft, nach Bildung und Anerkennung, wurde in einer anderen Geschichte beschrieben. Es gehört viel Kraft dazu trotz dieser Widerstände in der Gesellschaft, sich durchzusetzen. Bis die politischen Verhältnisse sich in Afghanistan so veränderten, dass trotz aller Beziehungen zur Heimat und zur Familie der Entschluss gefasst wurde, in ein fremdes Land, nach Deutschland zu flüchten.

„Gemeinsam können wir eine Welt schaffen, in der sich niemand fremd oder schutzlos fühlt“, so endete die Geschichte eines Geflüchteten, der heute im Quartier Ohlendiekshöhe lebt.

In den Geschichten der Geflüchteten wurde deutlich, dass sie durch das Erlernen der Sprache und beruflichen Integration eine Dankbarkeit gegenüber dem Land empfinden, dass für sie zur zweiten Heimat geworden ist. Einige engagieren sich heute ehrenamtlich für andere Geflüchtete im Stadtteil und in Hamburg

Anna Jürgensen beendete die Veranstaltung mit einem sehr nachdenklichen Sprichwort: Wenn mancher Mann wüsste, wer mancher Mann wäre, Tät‘ mancher Mann manchem Mann manchmal mehr Ehre.

Norbert Proske vom Verein Poppenbüttel Hilft bedankte sich herzlich bei den geflüchteten Menschen für ihren Mut und ihre Offenheit, ihre persönlichen Geschichten im Rahmen der Veranstaltung vorzutragen. Er wies auf die anstehenden Kulturveranstaltungen der Initiative „Farbe bekennen: Für Demokratie & Vielfalt – Poppenbüttel bleibt bunt“, am 19.10.2024 „Elsa & Der Viertelton – Weltmusik“ und die Lesung „Migrant Mamas“ am 22.11.2024 im OHLE, hin.

Flüchtlingsschutz ist Teil unserer demokratischen Werte – Forderungen nach Zurückweisung ablehnen, Rechtsstaatlichkeit und Menschenreche in Europa abwehren

Amnesty International und weitere Nichtregierungsorganisationen sowie Verbände warnten die Bundesregierung vor Einschränkungen des Asylrechts. In Deutschland und Europa Schutz vor Menschenrechtsverletzungen zu suchen, gehöre nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs zur DNA der Demokratie, heißt es in einem gemeinsamen Appell. Das Fehlverhalten Einzelner dürfe niemals dazu führen, dass pauschal Menschen stigmatisiert und als nicht zur Gesellschaft zugehörig markiert würden. Der Erklärung zufolge verstoßen Zurückweisungen von Schutzsuchenden an deutschen Grenzen zudem gegen europäisches Recht und menschenrechtliche Grundprinzipien. Es gebe auch keine nationale Notlage, die ein Hinwegsetzen über diese Grundsätze rechtfertigen könnte, lautet die Auffassung der insgesamt 27 Organisationen.

Zu den Unterzeichnern des Appells gehören unter anderem die Diakonie Deutschland, der Paritätische Gesamtverband, der AWO Bundesverband, das Deutsche Kinderhilfswerk sowie die Neue Richtervereinigung.

Erklärung vom 10.09.2024 von 27 Organisationen aus dem Bereich Flüchtlingsarbeit, Wohlfahrtsorganisationen

Download

Doro Martin im Gespräch mit Poppenbüttel Hilft

Am 29. August 2024 trafen wir uns mit Doro Martin, direkt gewählte Bundestagsabgeordnete der SPD für den Wahlkreis Hamburg-Nord. Vor dem Hintergrund der traurigen Ereignisse in Solingen, ging es uns um die Stärkung der Einrichtungen und Organisationen, die sich für Integration einsetzen. Die geplante Kürzung von Mitteln für Kurse und Leistungen im Bereich der Integration wurde vom Vorstand von Poppenbüttel Hilft e. V., kritisiert. Unsere Forderung an Doro Martin ist, sich gegen eine Mittelkürzung einzusetzen. Die zunehmende Tendenz von Rechtsextremen und Rechtspopulisten das Thema Asyl und Migration für Wahlkampfzwecke zu mißbrauchen, darf nicht von demokratischen Parteien unterstützt werden. Wir brauchen einen sachlichen Dialog zum Umgang mit Geflüchteten. Das Asylrecht darf nicht dem Zeitgeist zum Opfer fallen. Der Vorstand von Poppenbüttel Hilft e. V. steht im Dialog mit allen demokratischen Parteien die sich für Asyl und Migration einsetzen.

GoVote-Konzert im OHLE mit dem High Noon Jazz Quartett

Im Rahmen der GoVote Aktionswoche spielte das High Noon Jazz Quartett am Freitagabend, 7. Juni 2024, im OHLE. Letztes Jahr spielten sie im Rahmen des OHLE Sommerfestes. Diesmal begeisterten sie das Publikum im gut besuchten OHLE mit ihren Jazz und Blues Variationen.

Das Quartett besteht seit zehn Jahren mit folgender klassischen Jazz-Besetzung:

Norbert Gottwald – Saxophon, Klarinette
Hans-Peter Pammesberger  –   Piano, Gesang
Volker Eilers  –  Kontrabass
Helmut Steffens  –  Schlagzeug

….Wir bleiben im Gespräch:

Der Verein Poppenbüttel Hilft e. V. hat eine Initiative im Stadtteil Poppenbüttel gestartet

Zur Europawahl und zur Wahl der Bezirksversammlung in Hamburg hatten wir einen Aufruf gestartet. Gemeinsam mit der Kirche, Vereinen, demokratischen Parteien haben wir dazu aufgerufen, keine rechtsextremen & rechtspopulistischen Parteien zu wählen.

Die Wahlergebnisse haben gezeigt, dass das Vertrauen in die demokratischen Parteien zurückgegangen ist. Das erfüllt uns mit großer Sorge. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, die Initiative weiterzuführen.

Wir verstehen uns als ein Bündnis der Zivilgesellschaft in Poppenbüttel. Die Mitglieder von demokratischen Parteien sehen wir als Bürgerinnen und Bürger die sich für das Engagement in Parteien entschieden haben. Parteien, welche die Demokratie und das Grundgesetz dazu nutzen wollen, es abzuschaffen, sehen wir als eine Gefahr für die Demokratie. Eine parlamentarische Demokratie benötigt immer den Dialog mit der Zivilgesellschaft.

Deshalb möchten wir Sie herzlich einladen, mit uns einen persönlichen Dialog zu führen, wie wir in unserem Stadtteil Demokratie und Vielfalt stärken können. Dazu interessiert uns Ihre Meinung. Schreiben Sie uns.

Wenn Sie unsere Ziele unterstützen möchten, laden wir Sie gerne zu unseren Treffen ein.

Kontakt: poppenbuettelbleibtbunt@poppenbuettel-hilft.de

Unterstützer:

CVJM-Oberalster e. V.
OHLE-CVJM Begegnungshaus Ohlendiekshöhe
Jule – CVJM Jugendhaus Lehmsahl
Freundeskreis Asyl & Wohnen Bergstedt
Omas gegen Rechts
SPD Distrikt Oberalster
Bündnis 90 Die Grünen – Wandsbek
Die Linke Alstertal Walddörfer
Verein Initiative Aktivspielplatz Tegelsbarg e.V.: Berufsorientierungsprojekt BEO, Projekt „Schultoröffner“
SC Poppenbüttel
Ev.-Luth. Kirchengemeinden Popppenbüttel: Marktkirche, Simon-Petrus-Kirche, Philemon-Kirche
Diakonieverein der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Poppenbüttel e. V.
Erziehungshilfe e. V
Stop – Stadtteile ohne Partnergewalt

Download Aufruf

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr Informationen

Um ihnen das bestmögliche Nutzerverhalten zu ermöglichen, sind die Cookie-Einstellungen für dieses Website auf "Cookies zulassen" eingestellt, . Sie könnenden den Besuch dieser Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen fortfahren, oder Sie klicken auf "Akzeptieren", um sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden zu erklären.

Schließen